Leitartikel des Landesvorsitzenden


 

Liebe Mitglieder im DDB und Leser der Mitgliederzeitschrift,

Für Kinder mit Diabetes kann es durch aus schwierig sein in der Schule. Die Lehrer oder Mitschüler können sich daran stören. Was ist nötig für den Diabetes: Messen, Spritzen, mit Essen rumhantieren. Auch gibt es – vielleicht nicht ganz unberechtigt – Angst, dass irgendetwas passiert, worauf man nicht vorbereitet ist. Insbesondere als Lehrer kann das unangenehm sein, da man doch Verantwortung trägt. Dieses zum Teil diffuse unangenehme Gefühl der Umgebung schlägt dann vielleicht ganz anders auf das Kind zurück: Es entstehen Schwierigkeiten, die gar nicht zu verstehen sind: Kann dies Kind in dieser Klasse bleiben? Sollte es nicht erst später eingeschult werden? Sollte es gar nicht an der Klassenfahrt teilnehmen? Und so entstehen Konflikte, mit dem Kind, mit den Eltern, vielleicht in der Klasse, mit den anderen Eltern.

Meist geht alles reibungslos, aber wenn sich so etwas zusammenbraut, weiß das Kind und seine Eltern nicht, wie man sich wehren kann, um normale Verhältnisse herzustellen. Denn eins ist klar: ein diabetisches Kind braucht keine Isolierung, es sollte so gut es geht überall dabei sein und alles so erfahren und lernen, wie alle anderen Kinder.

Zur Zeit wird im Diabetes Beirat der hessischen Landesregierung über diese Problematik diskutiert. Hier wird diese Problematik erkannt, allerdings stellt sich aus Sicht einer Verwaltung ganz schnell der juristische Aspekte in das Blickfeld. Natürlich kann man nicht zu erwarten, dass Lehrer eine Rolle als Mini-Diabetologe spielen,  es muss ein haftungsrechtlicher Aspekt bearbeitet werden, und so weiter. Aber das Verständnis für die Lage solcher Kinder ist groß, und es wird nach einer Form der Bearbeitung derartiger Konflikte gesucht, die eine gute Atmosphäre erzeugt. Hierzu muss sich die Gemeinschaft der Kinder mit Diabetes und Eltern noch etwas gedulden, bis alles geklärt ist.

Wir hoffen, im nächsten Heft des „subkutan“ bereits darüber berichten zu können.

 

Mit dem Wunsch, dass bei Ihnen der Diabetes keine solche Probleme bereitet

 

Bin ich Ihr  


Prof. Dr. med. Hermann von Lilienfeld-Toal
Vorsitzender des DDB LV Hessen e.V.,
Stellvertretender Vorsitzender des DDB Bundesverbandes

 


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Geändert am: 26.02.12